Nach 40 Jahren die beste 1980er-Action-Serie: Das A-Team

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Nach 40 Jahren die beste 1980er-Action-Serie: Das A-Team

Ähnlich wie bei den Science-Fiction-Serien, wo die 3 besten Vertreter ihrer Zunft innerhalb weniger Monate große Jubiläen feiern, ist dasselbe auch bei den 1980er-Action-Serien der Fall:
Innerhalb von rund 4 Monaten feiern die beiden prägendsten Vertreter dieses Genres ihr 40. Jubiläum, nach Knight-Rider im September 2022 nun eben das A-Team im Jänner 2023.

Am 23. Jänner 1983 hat diese Action-Serie in den USA debütiert. In Deutschland hat das deutlich länger gedauert, da hat sie erst am 12. März 1987 ihre Premiere gefeiert. Von unseren österreichischen Sendern ist sie übrigens noch nie ausgestrahlt worden.

Und spätestens seit rund 10 Jahren gibt es nur mehr 2 1980er-Serien, die auch heute noch fast in der Dauerschleife ausgestrahlt werden:
Knight-Rider und eben das A-Team.

Das A-Team ist für mich heute jedoch die mit Abstand beste 80er-Action-Serie.

Eckpunkte der Serie und Darsteller

3 + 1 ehemalige Soldaten einer US-Kommandoeinheit sind in den USA der 1980er-Jahre untergetaucht und auf der Flucht vor der Militärpolizei, auf Grund eines Verbrechens, das sie nicht begangen haben.
Tatsächlich kommt im Lauf der Serie heraus, dass korrupte Vorgesetzte das Geld der Bank von Hanoi veruntreut haben, das A-Team jedoch als Sündenbock dafür heran gezogen haben.

3 + 1 ehemalige Soldaten deshalb, weil das A-Team offiziell nur aus 3 Mitglieder besteht, Person Nummer 4 war ihr ehemaliger Pilot:

  1. John „Hannibal“ Smith, Dienstgrad Lieutanant-Colonel (Oberstleutnant), erfahrener Kommandant der Einheit, Zigarrenraucher und immer für einen kreativen bis verrückten Plan gut

  2. Templeton „Face(man)“ Peck,  Dienstgrad 1st-Lieutanant (Oberleutnant), einerseits Schönling und Frauenheld, andereseits Organisator für alles mögliche, meist mit manipuliernden oder hochstaplerischen Methoden

  3. Bosco Albert "B.A." Baracus, Dienstgrad Seargeant (Wachtmeister), Muskelpaket, „Kampfschwein“ und Mechaniker der Einheit

  4. H.M. "Howling Mad" Murdock, Dienstgrad Captain (Hauptmann), Pilot der Einheit, teilweise gespielt und teilweise tatsächlich verrückt und die ersten 4 Staffeln in einer Irrenanstalt wohnhaft.

Dazu kommen noch die Journalistinnen Amy Amanda Allen und Tawnia Baker, die in den Staffeln 1 und 2 ebenfalls Team-Mitglieder sind.
Und in der 5. Staffel wird das Team noch erweitert um Special-Effects Guru Frankie "Dishpan Man" Santana, sowie um General Hunt Stockwell, ein Mitglied des Deep-State, wie man heute sagen würde, der das A-Team für spezielle Aufträge dauerhaft rekrutiert.

Das A-Team wäre absolut unvollständig ohne seine Jäger von der Militärpolizei.
An 1. Stelle steht dabei Colonel Roderick Decker, der die meiste Zeit die Flüchtigen jagt, aber natürlich auch Colonel Francis Lynch und General Harlan „Bull“ Fullbright.
Immerzu als lächerlich porträtiert scheitern alle „Jäger“ stets daran, das A-Team zu schnappen, obwohl dieses sich durch die Hilfe für Menschen in Not regelmäßig exponiert.


Was das A-Team für mich besonders auszeichnet

Das A-Team ist eine Serie, die sich selbst überhaupt nicht ernst nimmt, sondern von Haus aus einerseits mit Komik und Satire andererseits mit fast immer folgenloser, spektakulärer, überzeichneter Actionarbeitet. Ich würde sie als Realität gewordene Comic-hafte Überzeichnung charakterisieren.

Und genau das zeichnet sie heute so aus, macht sie nahezu zeitlos und in der Gegenwart zur besten Serie ihrer Zeit:
80er-Serien, wie Knight-Rider oder Mac-Guyver, die so getan haben, als würden sie sich Ernst nehmen, sind dagegen schlecht gealtert, wirken aus heutiger Sich unrealistisch, ja teilweise sogar – unfreiwillig – lächerlich.

Jede Serien-Episode hat im Prinzip das gleiche Schema:

  • Menschen sind in Not, werden von Bösewichten drangsaliert und bitten das A-Team um Hilfe
  • Sie nehmen Kontakt auf, Hannibal checkt immer in Verkleidung auf unterhaltsame Weise die Ehrlichkeit dieser Menschen ab und sie nehmen den Auftrag an
  • Erste Scharmützel mit dem Bösen folgen, wo diese einen Dämpfer erhalten
  • Dann legen die Bösen nach und zwischenzeitlich ist das A-Team in der Bredouille
  • Zum Schluss gibt es einen genialen Plan, meist von Hannibal, das A-Team bastelt mit handwerklichem Geschick etwas und mit vielen Explosionen und Schlägereien gewinnen sie gegen die Bösen und es ist alles gut – wobei dann oft die Jagd durch die Militärpolizei weiter geht.

Gerade die Schlägereien erinnern mich dabei unweigerlich an Bud Spencer und Terrence Hill.

Das ist aber nur der Rahmen. Der Charme und die Qualität, die trotz aller seichten Action regelmäßig auch echten Tiefgang hat, passiert gewissermaßen meist zwischen den Zeilen.

Ein zentrales „Tiefgangs-Element“ ist dabei eine Art Dauer-Satire auf Hollywood. Die äußerst sich in zahlreichen Szenen, am meisten aber sicher in der Episode „Wo ist das Monster, wenn man es braucht“, wo das A-Team einen Monster-Film in Lateinamerika dreht.
Das Ätzen über Zustände in Hollywood würde da auch der Filmsatire „Schnappt Shorty“ alle Ehre machen.

Apropos Hollywood:
Die Hauptdarsteller zeigen gerade in Zusammenhang mit ihrer eigenen Schauspielkarriere Selbstironie.
Vor allem auf die Hollywood-Vergangenheit von Hannibal-Darsteller George Peppard gibt es regelmäßig Anspielungen, sogar daran, dass er zum Zeitpunkt der Serie keine großen Filmrollen mehr bekommt.
Bei Faceman-Darsteller Dirk Benedict gibt es auch einmal eine Anspielung auf seine frühere Rolle in „Kampfstern Galactica“.
Und B.A-Darsteller Mr-T spielt in einer Episode in gewissen Weise auf seinen schauspielerischen Durchbruch als Boxer im Rocky-III an.

Stars ist auch ein gutes Stichwort:
Die Episoden mit Hulk Hogan und Boy George, wo sie sich jeweils selbst spielen, gehören für mich auch zu den besten der Serie, wirklich sehr unterhaltsam und gelungen.

Auch die Episoden, wo es um die Familien der Team-Mitglieder geht, können mit so einigem Tiefgang überzeugen:

  • Am meisten die Episode, wo die Mutter von B.A. in Chicago von einem windigen Immobilien-Hai aus ihrem Haus geekelt werden soll und sie Hannibal erzählt, wie viele Sorgen sie sich um ihren Sohn macht, seit er zur Army gegangen ist und froh ist, dass er auf der Flucht und weit weg von zuhause nicht allein ist, sondern das A-Team quasi als Familie hat.

  • Die Episode mit dem Bruder von Hannibal ist zwar an und für sich seicht, bietet aber gute Action, ein großartiges komödiantischen Element mit Murdoch als Ferrari-Verschnitt Figuratti – und dem Thema Verzeihen:
    Konkret das Verzeihen des zwischenzeitlichen Verrats von Hannibal’s Bruder am A-Team.

  • Und auch die Episode rund den zwielichten Geschäftsmann A.J. Bancroft finde ist sehr gelungen. Da bekommt der vermeintlichen Waise Faceman auf einmal einen Vater und eine Halbschwester.

Und dann gibt es natürlich noch die seichten Running Gags mit dem Verrückten Murdock, der speziell B.A. auf die Nerven geht, B.A. der Angst vorm Fliegen hat und ständig betäubt wird, Faceman, durch dessen Schwachpunkt „Frauen“ er regelmäßig in Schwierigkeiten gerät und Hannibal, dessen Pläne oft so riskant sind, dass sie zwischenzeitlich – aber natürlich nicht endgültig – schief gehen.

Fazit

Das A-Team ist aus heutiger Sicht eine alte Serie, die auch sicher in manchen Aspekten veraltet, insgesamt aber auch in den 2020er-Jahren noch unterhaltsam und attraktiv ist.
Bei mittelalten und älteren Menschen löst sie zudem häufig nostalgische Gefühle aus.

Gerade ihr Comic-hafter Charakter und ihre Selbstironie machen sie zu einem Werk, das auch heute noch sehr gut anzuschauen ist.

Sie ist auch in mehrfacher Hinsicht ambivalent:

  • Zeigt und arbeitet am laufenden Band mit Gewalt – bei der aber fast nie etwas schlimmes passiert
  • Präsentiert einerseits Frauen als Schmuck und Hilfskräfte, andererseits aber auch als starke Charaktere, ich denke da an Stephanie Kramer als Feuerwehrfrau Annie Sanders
  • Vermittelt einerseits – wie Knight-Rider – den bedenklichen Ansatz, dass man sich nicht selbst um seine Probleme kümmern muss, sondern es so etwas sie moderne Ritter gibt, die das für einen machen;
    andererseits ist die Serie aber auch regelmäßig gesellschaftskritisch
  • Ist seicht und actionlastig, bietet manchmal aber auch einigen Tiefgang.

Insgesamt kann ich meinen Jubiläumsartikel nur mit folgender Empfehlung abschließen:
Das A-Team unbedingt einmal anschauen.
Sei es zum Kennenlernen oder als nostalgisches Da-Capo.
Auch nach 40-Jahren hat sie ihre Qualitäten und jeder sollte zumindest einmal ausprobieren, ob die Serie den persönlichen Geschmack trifft.

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