Die Kuba Krise: 60 Jahre danach aktueller, als uns lieb sein kann

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Die Kuba Krise: 60 Jahre danach aktueller, als uns lieb sein kann

60 Jahre Kuba-KriseDieser Tage vor 60 Jahren hat die Kuba-Krise statt gefunden und die Welt ist damals so nahe an einem Atomkrieg und damit dem Untergang unserer Zivilisation dran gewesen, wie noch nie zuvor.
Allerdings war sie dann 1983 genauso nahe am Atomkrieg und Untergang unserer Zivilisation dran wie heute, was allerdings viel weniger Menschen wissen.

Aber bleiben wir bei der Kuba-Krise 1962.

Vorgeschichte

Ende der 1950er Jahre hat ein neuer, atomarer Rüstungswettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion eingesetzt. Die Sowjetunion hat 1959 Atomraketen nach Kaliningrad installiert, die USA haben zwischen 1959 und 1962 ihre Atomrakten in England, Italien und vor allem der Türkei aufgebaut.
Für die Sowjetunion war vor allem die Stationierung in der Türkei, direkt an ihrer Südgrenze, problematisch.

Nach der Revolution in Kuba, der Machtergreifung von Fidel Castro 1959 und gescheiterter Umsturzversuche der USA auf der Karibikinsel, haben Kuba und die Sowjetunion ein miltärisches Büdnis geschlossen. Neben massiver Aufrüstung durch die Sowjets sind dort zuerst Truppen und 1962 eben auch Atomwaffen stationiert worden.

Sobald die Amerikaner davon Kenntnis bekommen haben, ist die Lage eskaliert.

Die eigentliche Kuba-Krise

Nach heftigen Diskussionen, was zu tun ist, hat die US-Regierung rund um John F. Und Bobby Kennedy eine Entscheidung gefällt, von der wir froh sein können, dass sie so gefallen ist:
Nachdem die Scharfmacher in den USA, wie vor allem Luftwaffengeneral Curtis LeMay für einen sofortigen Militärschlag gestimmt haben, hat sich dann – Gott sei Dank – die gemäßigte Fraktion durchgesetzt. Ergebnis war eine offiziell als Quarantäne bezeichnet Blockade von Kuba durch die USA.

Doch auch bei der Durchsetzung der Blockade ist die Lage ein paar Mal eskaliert, 1 Mal wäre es dabei sogar beinahe zum Kriegsausbruch gekommen:
Die sowjetischen Frachtschiffe hatten Geleitschutz in Form von U-Booten. Die U-Boote hatten während ihrer Mission einerseits nur selten Funkkontakt mit der Sowjetunion und andererseits die Ermächtigung, selbst über den Einsatz der an Bord befindlichen Nuklearwaffen entscheiden zu können.
Nachdem die B-59 von US-Zerstörern aufgespürt und stundenlang mit Übungs-Wasserbomben bedrängt worden ist, wollte der U-Boot Kapitän schon Atom-Torpedos gegen die Amerikaner einsetzen. Der Einsatz dieser Waffen ist nur durch das VETO vom Flotten-Kapitän Wassili Archipow verhindert worden.
Anderfalls wäre ein Atomkrieg wohl unvermeidlich gewesen.

Letzendlich hat es nach Geheimverhandlungen zwischen Bobby Kennedy und dem sowjetischen US-Botschafter Dobrynin samt Absegnung durch die amerikanische und sowjetische Regierung eine diplomatische Einigung gegeben, die einen Abzug der sowjetischen Waffen aus Kuba für eine Nicht-Angriffsgarantie der USA gegenüber der Karibik-Insel und dem Abzug der US-Atomraketen aus der Türkei gegeben – wobei letztere damals geheim bleiben hat müssen.

Parallelen in der Gegenwart und Nachwirkungen der Kuba-Krise 2022

Friede ist wichtig und erstrebenswert.
Krieg ist ein Ausdruck dafür, dass andere Lösungsmöglichkeiten für Probleme gescheitert sind.
1962 haben das US-Amerikaner wie Sowjets verstanden.

2022 ist das leider anders.
Seit heuer gibt es ja einen begrenzten aber derzeit immer weiter eskalierenden Krieg zwischen Russland und der vom Westen, primär von der NATO, unterstützten Ukraine.

Und in diesem militärischen Konflikt ist eine Verhandlungslösung VOR dem Ausbruch des Krieges im Feber 2022 gescheitert und NACH dessen Ausbruch noch einmal.

Natürlich ist dieser Konflikt nicht ganz mit demjenigen von damals vergleichbar, jedenfalls noch nicht.
Ein Atomkrieg droht noch nicht.
Dennoch hat sich schon jetzt etwas entscheidendes geändert, was von 1945 bis 2021 in Europa tabu war:
Ein Krieg auf europäischem Boden unter Beteiligung einer Nuklearmacht als Kriegspartei und der Unterstützung der zweiten Kriegspartei durch andere Nuklearmächte.

Und leider ist mein Eindruck, dass es dieses Mal – besonders vom Westen – wenig bis kein Interesse gibt, einen Kompromiss zu finden, um den Konflikt OHNE die Gefahr einen Atomkriegs zu beenden.

Ich finde, wir müssen uns hier in den Gegenwart wieder ein Beispiel an der Lösung der Kuba-Krise von 1962 nehmen:
Ein guter, alter Kompromiss ist etwas, wo beide Konfliktparteien Federn lassen müssen – was aber auf jeden Fall immer noch besser als eine Weiterführung eines blutigen Kriegs, der sich in weiterer Folge sogar bis hin zum Atomkrieg auswachsen kann.

Wie auch immer das jemand persönlich sieht, ich empfehle abschließend zur Kuba-Krise 2 Filme, einen Spielfilm und eine Doku:

  1. 13 Days
    Spielfilm aus dem Jahr 2000, mit Kevin Kostner, Bruce Greenwood und Steven Culp in den tragenden Rollen, der die Kuba-Krise aus der Sicht des weissen Hauses der damaligen Kennedy-Administration minutiös und ziemlich realistisch nachzeichnet.

  2. Der Mann der die Welt rettete – Das Geheimnis der Kuba-Krise
    Doku darüber, wie der sowjetische Marine-Offiziel Wassili Archipow den Abschuss eines Nukleartorpedos auf US-Kriegssschiffe und in weiterer Folge einen 3. Weltkrieg mit einem VETO verhindert hat.

Mein Appell zum Abschluss:
Filme anschauen, in Ruhe nachdenken und sich eine eigene Meinung über die Geschehnisse von damals und die Zusammenhänge zu heute bilden!

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