20 Jahre Navy-CIS, noch erfolgreich, aber weit über dem Zenit

von admin (Kommentare: 0)

20 Jahre Navy-CIS, noch erfolgreich, aber weit über dem Zenit

Vorgestern vor 20 Jahren am 23. September 2003 ist mit Navy-CIS, im Original NCIS, die vormals erfolgreichste Fernsehserie der Welt und angeblich die erfolgreichste Fernsehserie aller Zeiten gestartet.
Sie war und ist stets als ambivalent zu sehen, hat aber definitiv große Dinge geschaffen.
Das liegt allerdings schon etliche Jahre zurück, dennoch wollen die Macher die Serie – noch – nicht zu einem Abschluss bringen.

Bevor ich auf Details eingehe hier noch der Hinweis auf meinen Artikel zum 15. Jubiläum der Serie noch von meinem alten Blog.
Ich empfehle unbedingt, diese zu lesen, um meine Sicht auf diese Serie umfassend zu verstehen.

Eckpunkte von Navy-CIS

Die Serie ist ein Ableger von "J.A.G – im Auftrag der Ehre", wo es um US-NAVY-Anwälte und ihre Konflikte geht.
Der NCIS (Naval Criminal Investigative Service) ist die Bundes-Ermittlungsbehörde der NAVY und zuständig vor allem für die Aufklärung von Kriminalfällen, bei denen Navy-Angehörige beteiligt sind.

Das Haupt-Team der Ermittler wird angeführt von dem traumatisierten aber kompetenten und charismatischen Leroy Jethro Gibbs. Gemeinsam mit seinem bunten und spannenden Team und anderen Beteiligten erleben sie viel interessante Momente und Abenteuer bei der Aufklärung der Fälle, aber auch die zwischenmenschliche Ebene bekommt viel Platz.

Eigentlich nur für die Navy zuständig bekommt die Behörde aus dramaturgischen Gründen in der Serie wohl wesentlich mehr Gewicht, als in der Wirklichkeit.

Meilensteine der Serie aus meiner Sicht

Die globale Reichweite der Serie ist beeindruckend, sie ist es auch, die NCIS zur angeblich erfolgreichsten Fernsehserie aller Zeiten macht.
Ich kann hier vor allem über die Situation im deutschsprachigen Raum sprechen. Und da ist sie in den 2010er-Jahren in Deutschland wie in Österreich in jeweils 2-3 Sendern gleichzeitig gelaufen. Die Ausstrahlung in der Schweiz kommt da dann noch oben drauf.

Und nicht nur das:
Obwohl sonst in der Primetime von Fernsehstationen entweder Spielfilme oder Live-Shows gezeigt werden, hat der deutsche Sender Sat1 hier 10 Jahre einen ebenso unorthodoxen, wie erfolgreichen Weg eingeschlagen:
Von 2006 bis 2016 ist 10 Jahre lang am Sonntag um 20.15h mit Navy-CIS eine Fernsehserien gelaufen – und hat stark gepunktet. Die letzten 2-3 Jahre der Ausstrahlung dann aber schon weniger, weswegen es dann auch zu einer Programmänderung gekommen ist.

Die Qualität und Intensität der Serie zu ihrer besten Zeit, in den Staffeln 8, 9 und 10, war atemberaubend und ein echter Grund für mich, am Sonntag Abend Sat1 zu schauen.
Ich kann mich ganz konkret noch auf den Cliffhanger in der Episode 20 der Staffel 10 erinnern, wie der abtrünige Ex-Mossad-Top-Agent Bodnar das Auto von Tony und Ziva gerammt hat – und dann offen war, wie es weiter geht.

Denn die Serie war auch sehr gut, eine Fernseh-Familie zu schaffen, die interessant, nicht unrealistisch und auch liebenswert ist und mit der Zuschauer mitfiebern können.

Es hat schon gute Gründe für den großen Erfolg gegeben.

Negativa und Krtikpunkt an Navy-CSI aus meiner Sicht

Schon von Anfang an, die Serie ist 2003 doch knapp nach 9/11 gestartet, hat es immer wieder Sympathien, ja sogar das Hinstellen als notwendig, von Gefangenenlagern außerhalb des regulären Rechtsstaats wie Guantanamo gegeben.
Generell ist die Nähe zur US-Politik und zum Militär groß.
Gleichzeitig muss man Navy-CIS aber auch zu Gute halten, dass es auch immer wieder Kritik vor allem an der CIA, aber auch an der Gier der Rüstungsindustrie gibt.

Mein Haupt-Kritikpunkt ist aber die viel zu lange Laufzeit, weil diese Abnützungserscheinungen und Kollateralschäden in großem Umgang mit sich gebracht hat – und weiter mit sich bringen wird.

Während die Fernsehserie in ihren ersten 10 Jahr qualitativ alles in allem voll überzeugt hat, geht es seitdem stetig bergab. Sicher ist sie auch jetzt noch eine der besseren US-Crime-Serien, mehr als das Prädikat "Guter Durchschnitt" ist aber nicht mehr drinnen.

Deshalb und auch, weil in der Zwischenzeit alle Haupt-Charaktere vom Start von Navy-CIS 2003 bereits ausgeschieden sind, hätte sie schon lange beendet gehört.
Doch sie hat alle guten Gelegenheiten dafür ausgelassen:
    1. Den Ausstieg vom schrägen Chef-Stellvertreter Tony DiNozzo nach Staffel 13
    2. Den Ausstieg der exzentrischen Kriminaltechnikerin Abby Sciuto nach Staffel 15
    3. Dem erfolgreichen Kurz-Comeback von Ex-Mossad-Agentin Ziva David nach Staffel 17
    4. Spätestens aber den Ausstieg von Team-Leiter und Galionsfigur Leroy-Jethro Gibbs nach Staffel 18.

Doch die Entscheidung der Macher ist a) offensichtlich eine andere und b) schon lange gefallen:
Qualitäts- und Kontinuitäts-Überlegungen scheinen keine Rolle zu spielen. Es zählt wohl nur mehr, die Cash-Cow so lange zu melken, so lange es noch Leute gibt, die sie sich anschauen.

Fazit, Ausblick und Schlussworte

Während bis heute erfolgreiche Serien, die dazu noch qualitativ hochwertig sind und Kultstatus haben, wie gerade zahlreiche Star-Trek-Serien, nach spätestens 7 Staffeln Schluss gemacht haben, scheint es für NCIS auch nach Staffel 20 weiter zu gehen.

Für mich eine sehr kurzsichtige und schlechte Entscheidung:
Allgemeiner Qualitätsverlust und Seifenopern-artige Schachzüge, wie das Ersetzen in der Zwischenzeit aller ursprünglichen Charaktere, beschädigen die Serie in ihrer Gesamtheit.

Besser wäre es gewesen, ein rechtzeitiges und würdiges Ende für Navy-CIS zu finden und eine Nachfolgeserie auf den Weg zu bekommen. Mein Vorschlag dafür wäre der Titel "NCIS: Washington", CSI hat das mit "CSI Vegas" vorgemacht.

Statt dessen werde ich mich vor allem an die ersten 10 Staffeln insgesamt positiv erinnern und mir vor allem die Staffeln 8-10 sicher wieder einmal ansehen.

Der Serie wünsche ich jedenfalls ein baldiges Ende, in ihrem eigenen Interesse.

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